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Eine Metallwand mit vielen gleichmäßig angeordneten runden Löchern

Barrierefreiheit im Online-Shop: worauf es im Checkout ankommt

Ein Online-Shop fällt unter das BFSG, sobald Verbraucher:innen darüber kaufen. Die kritischen Stellen sind fast immer dieselben: Produktbilder ohne Alt-Text, ein Checkout mit Platzhaltern statt Labels, ein reines CAPTCHA ohne Alternative, ein erzwungener Account. Wer diese vier angeht, hat den größten Teil erledigt.

Navigation und Produktseiten

Die Kategorie- und Produktnavigation muss vollständig mit der Tastatur bedienbar sein – Filter, Sortierung, das Mega-Menü, der Warenkorb-Layer. Produktbilder brauchen einen Alt-Text, der beschreibt, was zu sehen ist; rein dekorative Bilder ein leeres alt-Attribut. Bei großen Katalogen lohnt es sich, die Alt-Text-Erstellung zu automatisieren, statt jedes Bild von Hand zu beschreiben: Muss ich meine Bilder auf der Website beschreiben?

Der Checkout

Hier entscheidet sich, ob ein Kauf zustande kommt – für alle Nutzer:innen, nicht nur für die mit assistiver Technik. Jedes Feld braucht ein sichtbares, mit dem Feld verknüpftes Label; ein Platzhalter allein reicht nicht, weil er verschwindet, sobald man tippt. Fehlermeldungen gehören in den Text neben das Feld, nicht nur in eine rote Umrandung, und sie sollen sagen, was zu tun ist. Autofill nicht blockieren – korrekt ausgezeichnete Felder (autocomplete) nehmen Nutzer:innen mit eingeschränkter Motorik viel Tipparbeit ab.

Ein Gast-Checkout ohne Pflicht-Account senkt die Hürde für alle. Wo ein Konto nötig ist, sollte die Anmeldung genauso zugänglich sein wie der Bestellvorgang.

Zahlung und CAPTCHA

Alle angebotenen Zahlungswege müssen mit Screenreader und Tastatur funktionieren – auch die eingebetteten Formulare der Zahlungsdienstleister, die man selten selbst testet. Und das CAPTCHA: Ein reines Bild- oder Klick-Rätsel ohne Alternative sperrt Menschen aus. Wenn ein einfacher Spam-Schutz reicht, braucht ein Kontakt- oder Bestellformular gar kein CAPTCHA; wo eines nötig ist, muss es eine barrierefreie Variante geben.

Performance zählt mit

Große, unkomprimierte Produktbilder bremsen den Shop – und eine Seite, die springt oder Sekunden zum Bedienen braucht, ist selbst eine Barriere. Optimierte Bildformate und wenige Drittanbieter-Skripte helfen beidem. Wie eng Barrierefreiheit und Ladezeit zusammenhängen, steht hier: Barrierefreiheit und SEO: derselbe Hebel.

Wo man anfängt

Bei der Seitenstruktur und der Tastaturbedienung, dann Kontraste, Formulare, Alt-Texte – von der größten Wirkung zur Feinarbeit. Die vollständige Abfolge steht im BFSG-Praxisleitfaden für WordPress. Wer wissen will, ob der eigene Shop überhaupt betroffen ist: Wer die Website barrierefrei machen muss.

Zuletzt geprüft: September 2026. Dieser Beitrag ist eine praktische Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung.

Beitragsbild: Jonas Schöne / Unsplash